Kein Streifenhaus – dafür Ärztehaus im Haus Isenburg

Die Vorträge von Frau Dr. Guth, Herrn Dr. Brünesholz und Herrn Dr. Adam zum Thema Gesundheitsreform und die zukünftige ärztliche Versorgung in unserer Stadt zeigten den Zuhörern und Interessierten Besorgnis erregende Probleme auf. Gerade im hausärztlichen Bereich werden wir mit einer riesigen Unterversorgung konfrontiert. In ihrem Referat führte Frau Dr. Guth auf, dass in den nächsten 5 Jahren 50 bis 70 % der prakt. Ärzte altersbedingt in den Ruhestand gehen können. Dem daraus resultierenden Bedarf an prakt. Ärzten steht nur eine kleine Schar an entsprechend interessierten Einsteigern gegenüber.

Weiterhin hat die KITA Bedarfsplanung in Zusammenarbeit von Kreis, Stadt, VG und den Leiterinnen unserer Kindergärten in der Stadt einen zusätzlichen Bedarf für Krippen- und Kindergartenplätzen ermittelt. Diese neuen Erkenntnisse von Anfang März 2019 machen eine Neubewertung und -planung für die Bedürfnisse unserer Bürgerinnen und Bürger erforderlich. Auf Grund dieser aktuellen Erkenntnisse werden wir den Bau des Streifenhauses zurückstellen und neue Prioritäten setzen:

Ärztliche Versorgung:

Aus den oben angeführten Gründen muss unser Bestreben als Stadt sein, jungen Ärztinnen und Ärzten, die sich niederlassen wollen, eine optimale Startmöglichkeit vor Ort zu geben. Der Standort dieser Praxis sollte zentral, barrierefrei und gut erreichbar sein. Idealerweise wäre mit dem Haus Isenburg eine passende Immobilie für die Ansiedlung eines neues Ärztehauses in Eisenberg bereits vorhanden: Mit einem Umbau des Hauses Isenburg könnten wir ein attraktives Haus, eingebettet in einem schönen Park, nahe dem Stadtzentrum für die Ansiedlung einer Arztpraxis anbieten. Die anstehende Generalsanierung mit Umbau und Ausbau wird ganz auf die Bedürfnisse eines neuen praktischen Arztes zugeschnitten. Die Planung muss bereits die Anlage eines ärztegeführten Medizinischen Versorgungszentrums ermöglichen. Mit Unterstützung von Land und Kreis, sowie EU-Zuschüssen wäre die Ansiedlung eines praktischen Arztes innerhalb kurzer Zeit möglich. Das bereits vorhandene Römermuseum im Haus Isenburg wird weiterhin im Obergeschoss beheimatet bleiben können.

Krippen- und Kindergartenplätze:

Das neue Kindergarten-Gesetz, sowie der weiter ansteigende Bedarf von Krippenplätzen für Kinder von berufstätigen Eltern und die befristete Nutzung des Pavillons erfordern ein rasches Handeln beim Neubau von Kindergarten- und Krippenplätzen. Hier können wir auf vorliegende Pläne zum Anbau von Sanitär- und Gruppenräumen zurückgreifen. Diese Aufgabe werden wir unverzüglich in Angriff nehmen. Zur Finanzierung dieser Krippen- und Kindergartenplätze werden wir auf die Rücklagen des Streifenhauses zurückgreifen. Zusammen mit den Landeszuschüssen können wir somit die Finanzierung dieses Projektes umsetzen.

Unsere Stadt soll sauberer und schöner werden:

Besonders an unseren Randbezirken der Stadt, an den Landstraßen und in den  Bachauen stellen wir eine Verschmutzung unserer Stadt fest. Neben Bänken, auch im Umfeld von Abfallkörben, finden wir Abfall und Müll am Boden verstreut vor. Eine zunehmende Anzahl von Bewohnern unserer Stadt nimmt die Abfallsammelbehälter nicht wahr. Egal wo sie sind, der Abfall bleibt liegen. Dem müssen wir als Stadt entschieden entgegentreten. Dazu Bedarf es verschiedener Ansätze. Mitbürger in Wort und Schrift, in verschiedenen Sprachen über Ordnung und Sauberkeit aufklären, dürfte noch die einfachste Möglichkeit sein. Weiterhin sollten Bürger Patenschaften für bestimmte Areale übernehmen. Die Gesellschaft für Beschäftigung und Qualifikation aus dem Donnersbergkreis soll bestimmte Stadtbezirke im Wechsel und je nach Bedarf entmüllen.

Das personell ausgedünnte Ordnungsamt muss aufgestockt werden und auch nachts an den kritischen Orten kontrollieren. Gegebenenfalls sind auch Kooperationen mit anderen Ordnungsämtern im Kreis zu realisieren.

Für die Verschönerung unserer Stadt wird ein Ausschuss von interessierten Bürgern und Ratsmitgliedern gebildet. Dieser soll sich unter anderem mit der weiteren Begrünung unseres Marktplatzes befassen. Die Anlage von Bienen- und Blumenwiesen und die Förderung nachhaltiger Projekte soll mehr in den Fokus unserer Stadt rücken. Bei städtischen Projekten sowie der Bearbeitung unserer Grünanlagen werden wir vermehrt den Blickpunkt auf unsere Umwelt legen.

Eine öffentliche fraktionsübergreifende Stadtbegehung mit interessierten Bürgern soll jährlich in den verschiedenen Teilen der Stadt stattfinden. So möchten wir bürgerorientiert und zielgerichtet unsere Umgebung verschönern und Eisenberg attraktiver machen.

Jugendarbeit:

Die Jugendarbeit, seit 2019 dem Klein-Team übertragen, soll weiter ausgebaut und intensiviert werden. (Das Klein-Team ist eine gemeinnützige GmbH in Rockenhausen mit über 100 Beschäftigten. Die Klein-Team GmbH ist nicht gewinnorientiert aufgezogen und hat sich auf Kinder- und Jugendarbeit spezialisiert.) Die bisherige Konzentration auf Kinder soll bereits im nächsten Jahr auf Jugendliche ausgedehnt werden. Das Konzept des Klein-Teams umfasst Kinder und Jugendliche aller sozialen Schichten und N

ationalitäten. Gerade für unsere Kinder und Jugendlichen ist in der Ferienzeit eine umfassende und pädagogisch wertvolle Betreuung wichtig. Wir müssen unsere berufstätigen Eltern hier besonders unterstützen. Mit Hilfe des Klein-Teams haben wir für die Ferienzeit eine gute, auf positive Erfahrungen basierte, pädagogisch wertvolle Betreuung gefunden.

Tourismus:

In Zeiten des E-Bikes ist unsere hügelige Landschaft keine Abschreckung für Fahrradfahrer, sondern eine interessante Herausforderung. Unseren attraktiven Landstrich, sowie unseren schönen Pfälzerwald können wir so endlich zur Geltung bringen. Deshalb ist der Bau eines guten Fahrradwegenetzes in unserer Stadt und in unseren Gemeinden eine wichtige Aufgabe für die nächsten Jahre. Touristen brauchen Übernachtungsmöglichkeiten. Deshalb müssen wir in der Stadt Ausbau und Neubau von Ferienwohnungen fördern. Unsere bestehenden touristischen Angebote wie die Burg Stauf, Römische Ausgrabungen, Geo-Touren und die Erdekaut sollen weiterhin unterstützt werden.  Insgesamt muss mit dem DTV (Donnersberg-Tourismus-Verband) und der Hotellerie ein umfassendes Tourismuskonzept erstellt werden.

Seniorenarbeit und Treffpunkte:

In Zusammenarbeit mit Zoar wird künftig in der Stadt im Bürgerhaus-Cafe ein Treffpunkt angeboten. Mit einem Konzept für alle Generationen wird hier von Zoar eine offene Begegnungsstätte errichtet.

Kultur:

Für unsere Stadt ist es wichtig, unsere bestehenden Kulturzentren zu erhalten und nicht durch neue unausgegorene Ideen zusätzlich Kosten zu produzieren. Unser Evangelisches Gemeindehaus, unser Thomas-Morus-Haus und die „Alte Schule“ in Stauf stehen uns als Stadt für kulturelle Veranstaltungen zur Verfügung. Kultur wird nicht durch ein ‚Mehr‘ an Gebäuden entwickelt, sondern durch ein ‚Mehr‘ an Anbietern, Angeboten und Interessierten.

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